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Wohlfeile Prognosen



Gegenwärtig kursieren Szenarios in den Medien, die genűsslich den schrittweisen Zerfall der Eurozone beschreiben. Nach Staatspleiten in Griechenland und Portugal erwartet man die Bildung einer Nord-Währungszone unter Ausschluss der Schuldenländer, vor allem der im Sűden. Die aber wären gezwungen, wieder eigene nationale Währungen einzufűhren. Wie real ist die Drohung? Muss man seine Euros abheben und investieren, bevor alles zusammenbricht?

Im Gegenteil: wenn es zum Nord-Euro kommt, wird er 40 Prozent aufgewertet. Man muss also in der Stunde Null germanische Euros haben, nicht sűdliche.

Dass Papandreou die nächste Wahl verlieren wird, ist klar. Dass sein Nachfolger Antonis Samaras die Rűckkehr zur Drachme durchfűhren wird, ist nicht klar. Denn im Moment sieht es eher so aus, dass Hellas kein Geld mehr aus Brűssel und Washington bekommt, weil es die Auflagen nicht erfűllen will. Deswegen folgt vielleicht schon Ende September die Staatspleite, danach die griechische Bankenpleite. Danach die Zypern-Bankenpleite. Dann (aus Bargeldmangel) die Einfűhrung der Drachme als Parallelwährung zum offiziell beibehaltenen Euro. Situation wie in Cuba. Elegante Geschäfte fűr Importwaren, in denen man nur in Euro zahlen kann. Devisenbewirtschaftung und Kontrollen wie einst im Ostblock.

Keine Staatspleite in Portugal und Irland. In Italien Entwicklung wie in Griechenland: Sparprogramm greift erst langsam, Wirtschaft schrumpft aber schnell und torpediert alle Prognosen. Trotz der Manovra wird das Loch im Haushalt grösser wegen des starken Rűckgangs des Steueraufkommens. Die Zinsen auf italienische Staatstitel steigen bis auf 25 Prozent. Nur die EZB kauft noch italienische Papiere. Wie's weitergeht, wissen die Götter. Werden Italbonds Eurobonds? Keine Frage, das sind sie ja schon, qua EZB.

Buon giorno, signora Merkel!

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—— Benedikt Brenner